Stadt Ummerstadt
Stadtdaten
Bundesland: Thüringen
Land
Kreis: Hildburghausen
Geografische Lage: 50° 15' N, 10° 49' O
Höhe: 281 m ü. NN
Fläche: 15,7 km²
Einwohner: 526 (31. Dezember 2003)
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98663
Telefonische Vorwahl: 036871
Kfz-Kennzeichen: HBN
Gemeindeschlüssel: 16 0 69 052 Gemeindegliederung: Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Heldburger Unterland
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 13 98663 Ummerstadt
Geschichte der Stadt
Ummerstadt, eine der kleinsten Städte Thüringens, blickt auf eine reichhaltige und bewegte Geschichte zurück. Ihre erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 837 unter dem Namen „Undrungen novu mocru“. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Ummerstadt von einem kleinen Dorf zu einer städtischen Gemeinde, die 1394 offiziell Stadtrechte erhielt.
Im Mittelalter war die Stadt oft Gegenstand territorialer Auseinandersetzungen und kam im frühen 14. Jahrhundert unter die Herrschaft der Markgrafen von Brandenburg, bevor sie 1316 von Graf Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen erworben wurde. Dies markierte den Beginn einer langen Zugehörigkeit zum Amt und Gericht Heldburg. Im Jahr 1319 erhielt die Stadt eine Befestigung aus Mauern und Gräben, um sich vor Übergriffen zu schützen.
Die Reformation erreichte Ummerstadt im Jahr 1528, was zur Gründung einer Deutsch- und Lateinschule führte. Doch die Stadt litt schwer unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges: 1632 wurden nahezu alle öffentlichen Gebäude und viele Wohnhäuser zerstört, und die Bevölkerung wurde durch Seuchen und Hungersnöte dezimiert.
Im 17. und 18. Jahrhundert folgte ein Wiederaufbau, und die Stadt erlebte eine wirtschaftliche Blüte durch die Ansiedlung von Handwerksbetrieben wie Brauereien, Gerbereien und Töpfereien. Besonders die Töpferei entwickelte sich zu einem bedeutsamen Gewerbe, und 1737 wurden in Ummerstadt 13 Töpfermeister gezählt.
Die Industrialisierung brachte weitere Veränderungen. Im 19. Jahrhundert wurden wichtige Infrastrukturprojekte umgesetzt, darunter der Bau mehrerer Straßen und die Gründung eines Stadtbrauhauses. Das 20. Jahrhundert war geprägt von Modernisierung, wie der Einführung von elektrischem Strom 1922 und der Fertigstellung der Wasserleitung 1921.
Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch in Ummerstadt tiefe Spuren. Die Friedhofskirche wurde 1945 ein Raub der Flammen, und kurz darauf erfolgte der Einmarsch amerikanischer und später sowjetischer Truppen. Nach Kriegsende trug die Stadt wesentlich zum Wiederaufbau bei, und 1952-1953 wurden Kirche und Turm der Friedhofskirche unter erheblicher Hilfe der Bürger wiedererrichtet.
Ummerstadts jüngste Geschichte ist durch den Fall des Eisernen Vorhangs und die Wiedervereinigung Deutschlands geprägt, die neue Chancen und Herausforderungen für die kleine Stadt brachten. 1994 feierte Ummerstadt das 600-jährige Jubiläum seiner Stadtrechte, ein Zeugnis seiner langen und stolzen Geschichte.
Sehenswürdigkeiten der Stadt
Ummerstadt bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die seine reiche Geschichte widerspiegeln. Zu den Hauptattraktionen gehören die St. Andreas Kirche, die als eine der ältesten Kirchen der Region gilt, und das gut erhaltene historische Rathaus am Marktplatz, das ein beeindruckendes Beispiel traditioneller Fachwerkbauweise darstellt. Der Marktplatz selbst, zusammen mit dem historischen Marktbrunnen von 1687, bildet das Zentrum der Stadt und ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Die Rodachbrücke, erbaut 1565, ist ein weiteres bedeutendes Bauwerk und unterstreicht die historische Bedeutung der Stadt als Verkehrsknotenpunkt in der Vergangenheit. Zusätzlich bietet die Umgebung von Ummerstadt mit ihren malerischen Landschaften und gut ausgebauten Wanderwegen eine perfekte Kulisse für Natur- und Kulturliebhaber.