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Nürnberg: Als Geschichte den Mut auf die Probe stellte

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Es gibt Städte, die sich wie ein stiller Fluss anfühlen – und es gibt Nürnberg. Hier knarzen die Epochen hörbar ineinander, als würden die Pflastersteine selbst erzählen. Immer wieder stand die Stadt vor Entscheidungen, die größer waren als der Augenblick, in dem man einen Safe Casino Gewinn macht. Manchmal war es Politik, manchmal Glaube, manchmal Technik – immer aber Mut. Dieser Text ist eine Reise durch jene Momente, in denen Nürnberg sein Gesicht, sein Gewissen und seine Zukunft neu bestimmte.

Reichspolitik zum Anfassen

Mit der „Goldenen Bulle“ von 1356 erhält Nürnberg eine besondere Rolle im Reich: Jeder neu gewählte König soll hier seinen ersten Reichstag abhalten. Nicht nur Frankfurt (Wahl) und Aachen (Krönung) sind wichtig – auch Nürnberg wird Bühne der Reichspolitik. Wer künftig über Macht redet, tut es regelmäßig in Sichtweite der Kaiserburg. Das adelt, aber verpflichtet auch.

Seit 1424 verwahrt die Stadt zudem die Reichskleinodien. Jährlich zeigt man sie bei der „Heiltumsweisung“ den Pilgern – Reliquien, Krone, Heilige Lanze. Glanz und Frömmigkeit, aber auch Verantwortung: Wer die Insignien hütet, hütet Symbol und Ordnung des Reiches.

Humanismus, Handwerk, Bilderflut, Glaube

Im 15. und frühen 16. Jahrhundert wird Nürnberg zum Werkraum der deutschen Renaissance. Drucker Anton Koberger, Dürer, Peter Henlein. Diese Namen sind jedem bekannt.

1525 bekennt sich der Rat Nürnbergs zur Reformation. Die Entscheidung fällt in Ratssälen und Kirchen, aber auch in Werkstätten und Zünften: Liturgie, Schulwesen, Armenfürsorge – alles wird neu geordnet. Der Übergang gelingt vergleichsweise diszipliniert, doch die Reichspolitik bleibt unsicher. 1532 folgt der Nürnberger Religionsfrieden, ein auf Zeit angelegter Waffenstillstand zwischen Kaiser und Schmalkaldischem Bund. Er bringt Atempausen, aber keine endgültige Lösung.

Krieg vor den Toren: Durchhalten oder untergehen?

Im Dreißigjährigen Krieg wird Mut zur Überlebenskunst. 1632 lagern sich die Feinde bei Alte Veste fest: Gustav II. Adolf auf der einen, Wallenstein auf der anderen Seite. Es ist weniger eine gloriose Schlacht als ein lähmendes Ringen um Nachschub. Die Stadt leidet unter Hunger und Seuchen. Der Entschluss, durchzuhalten, kostet mehr als Pathos – er kostet Leben. Nürnberg überlebt, aber gezeichnet.

Die neuen Wege

Die langen Kriege verschulden die Stadt schwer. 1806, in den Wirren der napoleonischen Neuordnung, endet die Reichsstadt: Nürnberg wird Teil des Königreichs Bayern. Ein schmerzhafter Einschnitt – und gleichzeitig eine Chance, sich in einem neuen Staat neu zu verorten. Diese Integration ist kein Abgesang, sondern eine strategische Anpassung.

Nur drei Jahrzehnte später setzt Nürnberg wieder ein Signal: 1835 fährt zwischen Nürnberg und Fürth die erste Eisenbahn Deutschlands, die „Adler“. Sechs Kilometer Moderne, doch psychologisch eine Weltreise. Die Stadt entscheidet sich – gegen die Angst vor Dampf, für Tempo und Vernetzung.

Die dunkle Wahl: Kulisse der Diktatur

Im 20. Jahrhundert stellt sich die härteste Frage: Wofür steht Nürnberg? Die Nationalsozialisten missbrauchen die Stadt als Bühne – Parteitage, Monumentalbauten, Propaganda. 1935 werden hier die „Nürnberger Gesetze“ verkündet: Juden werden entrechtet, Ehe und Sexualität rassistisch reguliert. Die Entscheidung der Täter ist eindeutig – und verbrecherisch.

Das Tribunal

Nach 1945 fällt in Nürnberg eine Gegenentscheidung von Weltbedeutung: Die Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher finden im Justizpalast statt. Zwischen dem 20. November 1945 und dem 1. Oktober 1946 entsteht hier ein neuer Maßstab – Völkerstrafrecht als Antwort auf Staatsverbrechen. Dieselbe Stadt, die Kulisse der Unfreiheit war, wird zum Ort des Rechts. Das ist kein Freispruch der Geschichte, aber eine bewusste Setzung: Unrecht bleibt nicht ohne Gericht.

Mut in Nürnberg zeigt sich nicht nur in Staatsakten. Er zeigt sich im Alltag: in Zünften, die Regeln modernisieren; in Druckern, die Weltwissen zugänglich machen; in Kaufleuten, die Risiko kalkulieren; in einer Bürgerschaft, die sich in Glaubensfragen organisiert, ohne zu zerbrechen; in Ingenieuren, die die Uhr in die Tasche und die Lok auf die Schiene bringen. Jede Epoche zwingt zur Wahl: bewahren, verweigern, erneuern – und meistens zu allem ein bisschen.


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