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  • Stadt Eberbach

    Stadtdaten


    Bundesland: Baden-Württemberg
    Regierungsbezirk: Karlsruhe
    Land
    Kreis:
    Rhein-Neckar-
    Kreis
    Geografische Lage: 49° 28' N, 08° 59' O
    Höhe: 134 m ü. NN
    Fläche: 81,16 km²
    Einwohner: 15.492 (31. Dez. 2004)
    Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
    Ausländeranteil: 11,8 %
    Postleitzahlen: 69401 - 69412
    Telefonische Vorwahl: 06271
    Kfz-Kennzeichen: HD
    Gemeindekennzahl: 08 2 26 013
    Stadtgliederung: 10 Stadtteile
    Adresse der Stadtverwaltung: Leopoldsplatz 1 69412 Eberbach

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    Geschichte der Stadt Eberbach


    Eberbach führt seine Gründung auf das Jahr 1227 zurück, weil in diesem Jahr König Heinrich VII., später in Ungnade gefallener und in lebenslange Haft genommener Sohn Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen, die Burg Eberbach zusammen mit Wimpfen vom Wormser Bischof zu einem stattlichen Preis zu Lehen empfangen hat, woran sich die naheliegende und überzeugende Vermutung knüpft, daß der auf den Ausbau seiner Machtposition bedachte König die im Raum Eberbach schon früher nachweislich anwesenden Menschen in einer geschlossenen Ansiedlung im Schutze der Burg sammelte und die Stadt gründete. In einer von König Heinrich selbst ausgestellten Urkunde von 1321 ist nicht mehr allein die Burg Eberbach, sondern auch die Stadt erwähnt. So dürfen wir 1227 als Jahr der Stadtgründung annehmen.

    Der Name der Stadt wurde von einer schon vorher vorhandenen Ansiedlung übernommen, die bereits der Burg den Namen gegeben hatte. In Pfälzischen Urkunden, erstmals in einer solchen von 1196, sind Grafen und Adlige "de Eberbach" erwähnt.

    Die Befestigung mit einer Stadtmauer erfolgte offenbar in den ersten Jahren ihres Bestehens und war 1241 noch nicht abgeschlossen. 1235 fiel die Stadt ebenso wie die Burg ans Reich. Eberbach wurde unmittelbare Reichsstadt.

    Bereits 1297 verlor Eberbach diesen Status, als König Adolf von Nassau die Stadt verpfändete.

    In der Folgezeit ging Eberbach durch die Hände verschiedener Pfandherren, bis schließlich 1330 mit der Verpfändung an die Pfalzgrafen bei Rhein ein Zustand eintrat, der von längerem Bestand sein sollte. 1361 wurde den Pfalzgrafen von Kaiser Karl IV. auch noch das Patronatsrecht übertragen.

    Bei einem großen Stadtbrand um 1340 wurde nicht nur die Stadt weitgehend vernichtet, sondern auch alle Urkunden und Freiheitsbriefe wurden ein Opfer der Flammen. Dies war wohl auch der äußere Anlaß dafür, daß 1346 die Stadtrechte von Ludwig dem Bayern erneuert wurden, indem er Eberbach die Wimpfener Freiheitsrechte verlieh. In Wirklichkeit aber verblieb es bei dem bisherigen Zustand, wonach Eberbach den Pfalzgrafen als Pfandherren unterstand, weil eine Auslösung durch das Reich nicht mehr erfolgte. So kam es, daß die Zeit Eberbachs als Reichsstadt ohne greifbaren Zeitpunkt allmählich ausklang, da die Freiheitsrechte der Stadt bereits beginnend mit dem 14.Jahrhundert durch landesherrliche Verfügungen des Pfalzgrafen mehr und mehr eingeengt wurden. 1582 wurde das neue Pfälzische Landrecht in Eberbach eingeführt.

    Seit 1360 war Eberbach nachweisbar Mittelpunkt einer Zent. Schultheiß der Stadt war ein Ministerialer des Pfalzgrafen, der "Keller": Er residierte bis 1427 im "Hof", danach im Thalheim'schen Haus. Die "Kellereistraße" erinnert daran.

    Der "Hof" gehörte ursprünglich wohl den Burgherren als Sitz in der Stadt. Mehrere niedere Adelsfamilien errichteten in jenen Jahren Häuser in der Stadt, die noch heute in der Altstadt wichtige bauliche Denkmäler darstellen (z. B. Bettendorf'sches Haus, Thalheim'sches Haus, Haus in der Binnetzgasse, dessen Giebelfassade als Teil des ältesten Steinhauses der Stadt noch erhalten ist).

    Die heute nur noch als Ruine erhaltene Burg, bestehend aus Vorder-, Mittel- und Hinterburg, an strategisch günstiger Stelle auf einem Bergvorsprung der Burghälde am Ausgang des Ittertals in das Neckartal errichtet, geht in ihren ersten Anfängen auf das 11.Jahrhundert zurück. Von hier aus wurden der Weg nach der alten Benediktinerabtei Amorbach und nördlich zum Main, gleichzeitig aber auch die Neckarschiffahrt und die Verbindung durch den Holdergrund auf die Höhe des Odenwaldes kontrolliert.

    Ihr Schicksal wurde besiegelt, als 1402 "Schloß, Burg und Stadt" vom Pfalzgrafen Ruprecht an den Ritter Hans von Hirschhorn verpfändet wurden. Welche Absicht der Hirschhorner bei der Pfandnahme verfolgte, wurde erst deutlich, als er 1403 vom König eine Verfügung erwirken konnte, wonach ihm befohlen war, die Burg Eberbach abzubrechen und zu schleifen, da sie keinen Nutzen bringe und nur Kosten verursache. In Wahrheit entledigte sich der Hirschhorner mit dieser Aktion einer gefährlichen Konkurrenz für seine Schlösser in Hirschhorn und Zwingenberg und es ist anzunehmen, daß der Befehl alsbald auch ausgeführt wurde.

    Um die Mitte des 16.Jahrhunderts wurde in Eberbach die lutherische Reformation eingeführt, aber bald durch das reformierte Bekenntnis abgelöst. Ende des 17.Jahrhunderts erfolgte dann die Rekatholisierung der Pfalz. In Eberbach führte dies zur Kirchenteilung, die nach außen dadurch in Erscheinung trat, daß die Reformierten die Stadtkirche und die Katholiken die Friedhofskirche erhielten. Dazu kam 1777 eine lutherische Kirche in der Badstraße.

    Die Nähe der Universitätsstadt Heidelberg bekamen die Eberbacher von einer unangenehmen Seite zu spüren, als in den Jahren 1528/29, 1547/48 und 1555 die Heidelberger Universität wegen der in Heidelberg wütenden Pest nach Eberbach verlegt wurde. Aus den Quellen wissen wir, daß nicht immer Eintracht herrschte zwischen den Bürgern der Stadt und den ungebetenen Gästen.

    Eberbach wurde in seiner Entwicklung entscheidend zurückgeworfen, als sich seit der Mitte des 17.Jahrhunderts die unzähligen Kriege, in die die Pfalz verwickelt war, auch auf den Raum Eberbach auszuwirken begannen. Der 30jährige Krieg ließ die Stadt selbst zwar weitgehend unbeschädigt, jedoch bekam sie das harte Joch von Einquartierungen mit Kontributionen und Plünderungen zu spüren, was schließlich zu einer völligen Verarmung der Bevölkerung führte, von der sie sich auch in der Folgezeit wegen ähnlicher Auswirkungen des Orleans'schen, des Spanischen und des Österreichischen Erbfolgekrieges, des 7jährigen Krieges und dann auch der französischen Revolutionskriege mit der sich anschließenden napoleonischen Ära nicht erholen konnte. Waren die Erwerbsgrundlagen in der Holzwirtschaft und Holzverarbeitung, der Fischerei und der Schiffahrt ausreichend, um damit in bescheidenem Wohlstand zu leben, so sank der Lebensstandard aufgrund des fast permanenten Kriegszustandes auf ein Existenzminimum ab. Viele kehrten in dieser Zeit der Heimat den Rücken und wanderten aus, um ihr Glück vor allem in Amerika zu suchen. Es verwundert nicht, daß die Stadt noch um das Jahr 1800 nur 2400 Einwohner hatte, obwohl es bereits Ende des 16.Jahrhunderts etwa 1500 waren. Hochwasser, Hungersnöte und Seuchen wirkten sich gleichfalls hemmend auf das Bev¨lkerungswachstum aus. Mit der Armut der Stadt ist es auch zu erklären, daß Bauwerke aus der Zeit des Barock oder Rokoko in Eberbach weitgehend fehlen.

    Nach kurzer Zugehörigkeit Eberbachs zum Fürstentum Leiningen, das nach Auflösung der Pfalz im Frieden von Lunéville neu geschaffen worden war, kam Eberbach 1806 zum neu errichteten Großherzogtum Baden.

    Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege setzte in Eberbach eine stetige Aufwärtsentwicklung ein: von einem bevölkerungsmäßigen Tiefpunkt von unter 1000 Einwohnern nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wuchs die Bevölkerung bis Ende des 19.Jahrhunderts auf etwa 6000 an. Die Altstadt wurde zu klein. Nachdem bereits im 18.Jahrhundert die Vorstadt mit Odenwaldstraße und Neckarstraße dichter besiedelt worden war, dehnte sich die Stadt ab 1830 auch in westlicher Richtung vor dem Unteren Tor (Friedrich- und Luisenstraße) aus.

    Mit der Fertigstellung der Neckarbrücke 1900 wurde die natürliche Trennung durch den Fluß überwunden und Neckarwimmersbach an Eberbach direkt angebunden. Das Großprojekt hatte das Zusammenwirken der beiden Gemeinden vorausgesetzt. Neckarwimmersbach hatte seine Selbständigkeit freiwillig aufgegeben und war mit Wirkung vom 1.1.1899 nach Eberbach eingegliedert worden.

    Von außerordentlicher Bedeutung für die weitere Entwicklung der Stadt war der Bau der Neckartalstraße 1849 und der Bahnlinie, die 1879 eröffnet werden konnte, sowie die Eröffnung der Kettenschiffahrt auf dem Neckar, der als Binnenschiffahrtsweg für den Gütertransport im Handel an Bedeutung gewann. Die Nachteile der abseitigen Lage Eberbachs konnten dadurch gemildert werden. Eberbach war an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden. Dies führte zu einer starken Veränderung der örtlichen Wirtschaftsstruktur. Handel und Industrie erlebten einen ungeahnten Aufschwung, das handwerkliche Gewerbe wandelte sich.

    Mit der besseren Erschließung Eberbachs für den Verkehr von außerhalb waren auch die ersten Grundlagen geschaffen für den Fremdenverkehr, der sich von da an stetig entwickeln und zu einem an Bedeutung ständig zunehmenden Wirtschaftszweig in der Stadt werden sollte.

    Marksteine auf dem Weg zu dieser Aufwärtsentwicklung sind die Einrichtung staatlicher Behörden (Bezirksamt 1813, Postamt 1838, Bezirksforsterei 1841, Amtsgericht 1857) sowie einer Bürgerschule (1832).

    Die von der nationalen Idee und der Sehnsucht nach einem deutschen Vaterland getragene Revolution von 1848/49 findet das Eberbacher Bürgertum an ihrer Seite. Führende Persönlichkeiten in den Jahren der Revolution und auch in der Folgezeit waren Theodor Frey und Christian Bussemer, die sich gegenüber der radikalen Gruppe um Hiob Daniel Backfisch zu behaupten wußten.

    Mit der Wahl von Dr.John Gustav Weiss zum Bürgermeister der Stadt tritt eine Persönlichkeit in die Geschichte ein, die in den 34 Jahren seiner Amtszeit die weitere Entwicklung der Stadt entscheidend fördern und lenken sollte. Ihm verdankt Eberbach nicht zuletzt auch eine umfassende und auf gründlichem Quellenstudium beruhende Darstellung seiner Geschichte. Die Fortschreibung und Vertiefung in Spezialgebieten stellte er sicher, indem er das "Eberbacher Geschichtsblatt" herausgab, das fortan regelmäßig erscheinen und die bedeutsamen Ereignisse der Zeitgeschichte für die Nachwelt festhalten sollte.

    Die weitere Entwicklung der Stadt setzte sich fort mit dem Bau des Bezirkskrankenhauses 1902, der Erschließung neuer Baugebiete sowie der Kanalisation der Stadt. 1920 erhielt Eberbach eine Elektrizitätsversorgung. Die Ansiedlung der Odinwerke in Eberbach und die damit verbundene Schaffung von Arbeitsplätzen ist nicht zuletzt auch langen Bemühungen von Dr.Weiss zu danken.

    Er veranlaßte die Freilegung und den Wiederaufbau von Teilen der Burg 1908, gründete eine stadtgeschichtliche Sammlung und war viele Jahre Vorsitzender der Eberbacher Wissenschaftlichen Vereinigung, der Vorläuferin der heutigen Volkshochschule, bei deren Veranstaltungen er häufig mit eigenen Vorträgen in Erscheinung trat.

    Sein Wirken erschöpfte sich indessen nicht auf den örtlichen Bereich seiner Stadt. Er war über 10 Jahre lang Mitglied der 1. und 2.Kammer des Badischen Landtags bis zu dessen Auflösung durch die vorläufige Volksregierung 1919. 25 Jahre lang leitete er den auf seine Initiative hin gegründeten "Badischen Städtebund", einen Zusammenschluß der kleinen und mittleren badischen Städte und erfuhr die ehrenvolle Berufung als Vertreter Badens im neugeschaffenen Deutschen Städtebund. Daneben trat er durch Veröffentlichungen von historischen, philosophischen und allgemeinkulturellen Beiträgen in Erscheinung. Die Stadt würdigte seine Verdienste beim Ausscheiden aus dem Amt durch die Ernennung zum Ehrenbürger und, anläßlich seines 80.Geburtstages 1937, mit der Herausgabe einer Festschrift.

    Mit Dr.Herrmann Schmeißer übernahm 1935 ein Nachfolger das Amt an, der fast mehrere Jahrzehnte lang die Geschicke der Stadt entscheidend lenken und ihre erfolgreiche Entwicklung unter Dr.Weiss zielbewußt, mit festem Willen und großer Durchsetzungskraft fortsetzen und vorantreiben sollte. Seine erste Amtsperiode beruhte auf der damals üblichen Ernennung. 1954 wählten ihn die Eberbacher Bürger erstmals zum Bürgermeister, wodurch er den bisherigen, von der SPD gestellten Bürgermeister Curt Nenninger aus seinem Amt verdrängte. Noch vor dem Ausbruch des 2.Weltkrieges wurde 1936 das Freibad in der Au und 1937 die neue Volksschule (Dr.Weiß-Schule) gebaut.

    Nach dem Ende des 2.Weltkrieges, dem noch im März 1945 ein Teil der Altstadt durch Brandbomben zum Opfer fiel und der 565 Gefallene und Vermißte forderte, war es zunächst eine vordringliche Aufgabe, den Wiederaufbau in die Wege zu leiten und den über 2000 Flüchtlingen, die der Stadt Eberbach zur Aufnahme zugewiesen wurden, ein Dach über dem Kopf zu bauen und ihre Versorgung zu sichern. Wenn dies verhältnismäßig zügig und erfolgreich gelang, so ist dies sicherlich besonders ein Verdienst von Bürgermeister Curt Nenninger. Im Mai 1946 konnte in Eberbach die Wiederherstellung der gesprengten Neckarbrücke als erste am ganzen Neckar gefeiert werden. Neue Wohngebiete am Ledigsberg und in der Steige wurden erschlossen. Die Handels- und Berufsschule sowie der Erweiterungsbau des Krankenhauses und die neue Jugendherberge an der Ottohöhe entstanden in dieser Zeit.

    (Quelle: Stadt-Homepage)



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