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  • Stadt Dormagen

    Stadtdaten


    Bundesland: Nordrhein-Westfalen
    Kreis: Rhein-
    Kreis Neuss
    Fläche: 85,4 km²
    Einwohner: 63.501 (31. Dezember 2004)
    Bevölkerungsdichte: 743 Einwohner/km²
    Höhe: 45 m ü. NN
    Höchster Punkt: 72 m ü. NN
    Niedrigster Punkt: 31 m ü. NN Stadtgrenze: 50,8 km
    Nord-Süd-Ausdehnung: 13,0 km
    West-Ost-Ausdehnung: 13,1 km
    Postleitzahl: 41539-41542 (Stadtverwaltung 41538)
    Telefonische Vorwahlen: 02133, 02182
    Geografische Lage: 51° 05' 37" n. Br., 6° 50' 20" ö. L.
    Kfz-Kennzeichen: NE Amtliche
    Gemeindekennzahl: 05 1 62 004

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    Geschichte der Stadt Dormagen


    Vielfältige Spuren menschlicher Ansiedlung im Bereich der heutigen Stadt Dormagen finden ihre Wurzeln schon in der Steinzeit. Doch die eigentliche Entwicklung beginnt erst in der Römerzeit, in der Dormagen bis zum Rückzug der Römer zwischen 393 und 402 nach Christus als römisches Kastell und Lager dient.

    Zwischen den Jahren 50 und 160 nach Christus besteht in Dormagen ein größeres römisches Militärlager. Es teilt die Wegstrecke zwischen dem römischen Hauptort Köln und der Siedlung in Neuss in zwei Tagesmärsche. Das Lager befindet sich im Bereich des heutigen Historischen Rathauses an der Kölner Straße.

    Nachdem das erste Lager gegen 161/162 nach Christus bis auf die Grundmauern niederbrennt, folgen verschiedene Neubauphasen. Vor allem zwischen 260 und 275 nach Christus wird die Befestigung erheblich verstärkt, um einfallende Franken abzuwehren. Noch etwas später wandelt sich schließlich die Funktion des Lagers. Statt einer ständigen Ansiedlung für Reitereinheiten wird das bis ins fünfte Jahrhundert nach Christus bestehende Lager zur Basis "mobiler römischer Einsatzkräfte".

    Zahlreiche attraktive Fundstücke legen heute Zeugnis vom römischen Lagerleben ab. Im Keller des Pfarrhauses von St. Michael in Dormagen (Kölner Straße) befindet sich ein römisches Bodendenkmal mit einem kleinen Museum, weitere Modelle und Fundstücke sind im Historischen Rathaus zu besichtigen.

    Das Mittelalter

    Danach sind es die Franken, die sich in Dormagen niederlassen und 796 Nievenheim zu ihrer Gauhauptstadt ("Pagus") erklären.

    Im 11. bis 13. Jahrhundert entstehen auch andere Orte wie Zons, Delhoven, Gohr oder Hackenbroich. Von kriegerischen Auseinandersetzungen bleibt das heutige Stadtgebiet in dieser Zeit nicht verschont. So wird 1288 die blutige Schlacht von Worringen um die Grenze zwischen den Herrschaftsgebieten von Jülich-Berg und Kurköln ausgetragen. Zons wird fast komplett zerstört. Doch das mittelalterliche Städtchen wird neu aufgebaut und 1372 von Erzbischof Friedrich von Saarwerden zur Zollstation für die Fluss-Schifffahrt erklärt. Zur Sicherung seiner Zollstelle erhebt er Zons zur Stadt und errichtet in weniger als zwanzig Jahren eine im Grundriss bis heute erhaltene, von festen Mauern umwehrte und durch eine rheinische Landesburg (das heutige Schloss Friedestrom), gesicherte Stadt.

    Die Neuzeit

    Ende des 18. Jahrhunderts reitet die französische Besatzung in Dormagen und Zons ein. Die Folge: Das Kloster Knechtsteden wird geplündert. Dormagen und Zons gehören fortan zum Departement Roer und sind Bestandteil des französischen Staates. Nach dem Wiener Kongress 1815 gelangen die Rheinlande zur preußischen Monarchie.

    Es entsteht das Landratsamt Neuss und in seinen Grenzen die Bürgermeisterei Dormagen (später "Amt" genannt). Es umfasst die Gemeinden Dormagen und Hackenbroich. Beide Gemeinen bestehen wiederum aus zahlreichen kleinen dörflichen und bäuerlichen Siedlungen.

    Die Industrialisierung beginnt in Dormagen mit der ersten Kampagne der Zuckerfabrik 1864. Im Jahr 1895 kommt eine Brauerei hinzu. Doch der Durchbruch zum Industriestandort gelingt erst 1916 mit der Ansiedlung des Bayer-Werkes, die Dormagens Entwicklung von einem typischen rheinischen Straßendorf zur Industriestadt und Mittelzentrum nach sich zieht.

    Dormagen im Nationalsozialismus

    Im erzkatholischen Dormagen (über 90% katholische Bevölkerung) tun sich die Nazis vor 1933 schwer und können nur bescheidene Erfolge verbuchen. Dies ändert sich aber mit Hitlers Machtergreifung tiefgreifend. Auch in Dormagen beginnen bereits Anfang 1933 Pogrome vor jüdischen Geschäften.

    Im Jahr 1935 steht ein großer Teil der Bevölkerung - und vor allem auch die Schulkinder - vor dem Geschäftshaus des jüdischen Unternehmers Katz, ruft zum Boykott auf und fordert, er solle den Ort verlassen. In der Reichspogromnacht wird die Betstube der jüdischen Gemeinde geschändet. Zwei Jahre später werden die letzten Dormagener Juden in das Ghetto von Riga deportiert. Nach dem Naziregime kehrt ein einziger von ehemals mehr als hundert jüdischen Bürgern in das Gebiet der heutigen Stadt zurück.

    Auch die Zwangsarbeit spielt in Dormagen eine große Rolle. Bedingt durch ein großes Lager auf dem Gebiet der I.G. Farben-Fabriken (ehemals und heute "Bayer") schätzt man das Verhältnis der deutschen Bürger zu Zwangsarbeitern auf 2:1. Das Phänomen der Zwangsarbeit bleibt dennoch auch in Dormagen bis Anfang der 90er Jahre vergessen.

    Die Entwicklung bis heute

    Nach dem Ersten Weltkrieg besetzen verschiedene alliierte Truppen die Stadt, 1945 marschieren die Amerikaner in Dormagen ein. Es leben 1950 knapp 9.000 Einwohner in der Gemeinde Dormagen, 1962 zählt das Amt Dormagen schon 20.000 Einwohner.

    Sieben Jahre später, also 1969, erfolgt der Zusammenschluss von Dormagen und Hackenbroich zur Stadt Dormagen, damit erhält das Amt Dormagen endlich Stadtrechte. Die heutige Stadt entsteht dagegen im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975, die Städte Dormagen und Zons sowie das Amt Nievenheim werden zur neuen Stadt Dormagen zusammengefasst. Zu Beginn des Jahres 2000 wohnen rund 62.300 Einwohner im Stadtgebiet.

    (Quelle: Stadt-Homepage)



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